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„Generalüberholter“ Mesa Mark 3: Krasse Macken, Beseitigung und Theorie zur Erklärung

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Nachdem ich etwas an den Kabel gerüttelt hatte, wurde beim Aufdrehen des Halls das direkte Signal viel lauter, und es kam ein häßliches Pfeifen dazu – der Amp oszillierte.

 Also zerlegte ich den Apparat.

Ich fand: Oxidation an jeder möglichen Ecke. Weiß oxidierte Zuleitungen zur Hallspirale und deren Buchsen, Kontaktstifte der Endröhren, einen innen verrosteten Abschirmbecher, einen Knoten als Zugentlastung der Netzleitung, die ohne Gummihülse durch ein kantiges Gehäuseloch ging (die viel zu kleine Durchführungstülle fiel im Amp herum), eine viel zu hohe Netzsicherung (trotz des netten Herstellerhinweises für „Export“), einen schlecht ersetzten Elko im Netzteil - alle anderen lose auf der Platine „herumhängend“ - und die amerikanische Mörderschaltung mit dem Kondensator ans Gehäuse für die „Erdung“.

 - Generalüberholt! Ja klar!

 Also geputzt, was das Zeug hielt (so ein Schleifschaumgummi aus dem Baumarkt hat mir da gute Dienste geleistet – flexibel, zuschneidbar und putzaktiv!), viieeel Deoxit versprüht, Zugentlastung „erfunden“ mit Kabelbinder (besser als nix), Gummihülse spendiert, Elkos mit Heißkleber befestigt, Erdungsschalter entfunktioniert, neues Kabel für die Hallspirale, und auch die Sicherung nicht vergessen. Nach etwas mehr als zwei Stunden war alles, wie es sein sollte, netter Amp!

 Die Bilder geben einen Eindruck über „vorher/nachher“.

Mit Hilfe eines vereinfachten Plans sieht man, wie der „Dreckeffekt“ zustande kam:

 Der normale Signalverlauf im Verstärker – Signal wird vor dem „Mischwiderstand RH abgegriffen, verstärkt auf die Hallspirale aufgesprochen, das verhallte Signal wieder aufgenommen, nachverstärkt und nach dem Widerstand wieder in den Signalverlauf eingespeist – kommt durch die Kontaktübergangswiderstande Rü völlig durcheinander. Die Masse/Abschirmungskontakte der Verbindungskabel sind übel oxidiert, die Massen der Geber- und Nehmerspule erfolgen über das Hallspiralengehäuse, die Ausgangsleitung ist masselos/nicht geschirmt.

 Jetzt erzeugt der Aufsprechverstärker (mit niedrigem Ausgangswiderstand, der drückt ordentlich!) eine beachtliche Signalspannung UH vor allem an Rü2 (je dreckiger desto doller), die durch den Wiedergabeverstärker gewaltig verstärkt wieder eingespeist wird, die Spannung der Hallspirale fällt da kaum noch ins Gewicht. Dadurch wird das unverhallte Signal viel lauter (wenn man den Hall aufdreht) und durch die erhöhte Gesamtverstärkung neigt die Kiste natürlich zum Schwingen.

 

So – das war's für heute. Irgendwann schreibe ich nochmal was zum Thema Zugentlastung und fahrlässige Tötungsversuche…

 Moral: Wenn euch einer was von „generalüberholt“ erzählt – fragt: Wer? Wann? Beleg? Dann wird man ja sehen...

 

 

 

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